Am 09.11 jährte sich die Reichspogromnacht zum 85. Mal. An diesem traurigen Jahrestag fand bei uns im Rahmen des Projektes „ Schule ohne Rassismus“ die Filmvorführung ,, Auf der Suche nach Fritz Kann“ statt. Unsere Moderatorinnen Dalilah Awusa und Bengü Karpuz aus der Q1 führten uns souverän durch den Nachmittag.

Der Regisseur Marcel Kolvenbach dokumentiert dort seine Suche nach dem 1. Ehemann seiner Großmutter. Er fand heraus, dass die älteren Geschwister seines Vaters einen jüdischen Vater hatten, Fritz Kann. Marcel Kolvenbach versucht Fritz Kanns Deportierung nachzuverfolgen. Es führt ihn zu einem ehemaligen Schlachthof in Düsseldorf, der heute ein Campus Gelände mit Ausstellung ist, die an den Nationalsozialismus und die Deportation der Juden erinnert. Weitere Hinweise zur Familienhistorie, findet er u.a. im Stadtarchiv in Mülheim an der Ruhr.

Seine weitere Reise führte ihn u.a. nach Argentinien und Ost-Berlin, wo er heute noch lebende Nachfahren von Fritz Kanns Familie traf. Auch die Angehörigen freuten sich über Kolvenbachs Recherchen und zeigten sich im Dokumentarfilm sichtlich gerührt. Der Film war für einige sehr berührend.

Der Regisseur Marcel Kolvenbach, der leider verhindert war, hat an uns gedacht und eine Videobotschaft geschickt. Er riet uns, uns konstruktiv mit dem Film und der Geschichte auseinanderzusetzen, um daraus zu lernen. Marcel Kolvenbach betont außerdem, wie wichtig es ist, in den Austausch zu kommen und miteinander, auch über schwierige Themen, zu sprechen. Zu einem Austausch und einen Fragerunde kam es im Anschluss. Die Geschwister Hans-Joachim Gutmann und Elke Tischer sind Angehörige von Fritz Kanns Familienumfeld und reisten für die Vorführung extra aus Berlin an, um unsere Fragen beantworten zu können. Auch Anett Fercho, die im Stadtarchiv arbeitet, konnte unsere Fragen zu dem Film oder dem Prozess der Nachverfolgung beantworten.

Die Veranstaltung hat gezeigt, wie wichtig es bleibt die Erinnerungskultur in Deutschland aufrechtzuerhalten und auch bei aktuellen Konflikten die Menschlichkeit nicht zu vergessen. Sie hat auch offenbart, dass es wichtig sein kann, sich mit seiner eigenen Familiengeschichte zu beschäftigen.

Wir danken den Gästen für ihr ihren Besuch an unserer Schule.

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