Liebe Schulgemeinde,

gestern Abend wurde den Schulen eine neue Schulmail zugesendet, über die ich Sie im Folgenden informieren möchte.

Ab Donnerstag, 23. April 2020, werden die Schulen wieder für verpflichtende und freiwillige schulische Veranstaltungen geöffnet. Die Zeit ab Montag, 20.04.2020, soll in den Schulen für Lehrkräfte zur Vorbereitung dieses Neustarts genutzt werden.

1. Verpflichtende und freiwillige schulische Veranstaltungen

Die Teilnahme am Unterricht ab dem 23.04.2020 und den anderen damit im Zusammenhang stehenden schulischen Veranstaltungen ist verpflichtend für die Schülerinnen und Schüler weiterführender allgemeinbildender Schulen mit bevorstehenden Terminen zum Erwerb des Hauptschulabschlusses nach Klasse 10 oder des Mittleren Schulabschlusses.

Lediglich die Teilnahme an Lernangeboten in den jeweiligen Prüfungsfächern zur Vorbereitung auf die Abiturprüfungen ist freiwillig, weil die Schülerinnen und Schüler den curricularen Unterricht in der Q2 nahezu vollständig erhalten haben. Das Angebot einer freiwilligen schulischen Unterstützung bei der Prüfungsvorbereitung soll den aktuellen Umständen Rechnung tragen und ist daher eine Option, keine Pflicht.

2. Unterrichtsteilnahme von Schülerinnen und Schülern

Sofern Ihre Kinder in Bezug auf das Corona-Virus (COVID-19) relevante Vorerkrankungen haben, entscheiden Sie als Eltern oder Erziehungsberechtigte – gegebenenfalls nach Rücksprache mit einer Ärztin oder einem Arzt, ob für Ihr Kind eine gesundheitliche Gefährdung durch den Schulbesuch entstehen könnte. In diesem Fall benachrichtigen Sie unverzüglich die Schule und teilen schriftlich mit, dass aufgrund einer Vorerkrankung eine gesundheitliche Gefährdung durch den Schulbesuch bei Ihrem Kind grundsätzlich möglich ist. Die Art der Vorerkrankung braucht aus Gründen des Datenschutzes nicht angegeben zu werden. Bei volljährigen Schülerinnen und Schülern gelten die vorstehenden Ausführungen entsprechend.

In der Folge entfällt die Pflicht zur Teilnahme am Präsenzunterricht. Diesen Schülerinnen und Schülern werden Lernangebote für zu Hause gemacht.

Was ist nun eine „relevante Vorerkrankung“?

Grundsätzlich besteht ein erhöhtes Risiko für einen schwereren Krankheitsverlauf bei einer Infektion mit dem Corona-Virus (COVID-19) bei folgenden Vorerkrankungen:

  • Therapiebedürftige Herz-Kreislauf-Erkrankungen (z.B. coronare Herzerkran-kung, Bluthochdruck)
  • Erkrankungen der Lunge (z.B. COPD, Asthma bronchiale)
  • Chronische Lebererkrankungen
  • Nierenerkrankungen
  • Onkologische Erkrankungen
  • Diabetis mellitus
  • Geschwächtes Immunsystem (z.B. auf Grund einer Erkrankung, die mit einer Immunschwäche einhergeht oder durch regelmäßige Einnahme von Medikamenten, die die Immunabwehr beeinflussen und herabsetzen können, wie z.B. Cortison)

Falls Ihr Kind eine solche Vorerkrankung besitzt und Sie diese der Schulleitung mitgeteilt haben, ist Ihrem Kind eine Teilnahme an Prüfungen durch besondere Maßnahmen zu ermöglichen. So muss das Schulgebäude zu einer bestimmten Zeit einzeln oder durch einen gesonderten Eingang betreten werden können und erforderlichenfalls die Prüfung in einem eigenen Raum durchgeführt werden. Können diese Schutzmaßnahmen nicht sichergestellt werden, soll ein Nachholtermin unter dann geeigneten Bedingungen angeboten werden. Im Übrigen gelten die allgemeinen Regeln für das krankheitsbedingte Versäumen von Prüfungen.

3. Anforderungen an die Hygiene in der Schule

Basierend auf der Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH), des Bundesverbandes der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD) und der Gesellschaft für Hygiene, Umweltmedizin und Präventivmedizin (GHUP) ist bei der Beachtung von Präventionsmaßnahmen und der Einhaltung bestimmter Rahmenbedingungen die Wiederaufnahme des Schulbetriebs möglich. Auch Prüfungen können dann durchgeführt werden.

Im Wesentlichen sind die nachstehend genannten Punkte zu beachten:

  1. Zahl und Zusammensetzung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer
    Die Teilnehmerzahl ist zu begrenzen in Abhängigkeit von den zur Verfügung stehenden Räumlichkeiten und der Zahl der benötigten Aufsichtspersonen. Es muss zwischen den Schülerinnen und Schülern und zwischen diesen und den Lehrkräften ein Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden können.
    Es hat eine namentliche und nach Sitzplatz bezogene Registrierung zu erfolgen, um eine etwaige Nachbefragung bzw. Kontakt-Nachverfolgung zu ermöglichen.

  2. Persönliches Verhalten
    Neben Beachten der Husten- und Nieß-Etikette, der Händehygiene und der Abstandsregeln sollten keine Bedarfsgegenstände wie Gläser, Flaschen zum Trinken, Löffel etc. gemeinsam genutzt werden.

  3. Ausschluss von Teilnehmerinnen und Teilnehmern mit Symptomen
    Symptomatisch kranke Personen sind von der Teilnahme an Unterricht und Prüfungen auszuschließen. Wenn Ihr Kind Erkältungssymptome oder Fieber hat, dann schicken Sie es bitte nicht in die Schule.

  4. Gestaltung des Unterrichts- bzw. Prüfungsraums
    Die Gestaltung der Räumlichkeit muss von der Tisch- und Sitzordnung, dem Zugang zum Raum (auch Treppenhäuser und sonstige Verkehrsflächen) und zum Sitzplatz, den Belüftungsmöglichkeiten und dem Zugang zu Toiletten und Waschgelegenheiten die Gewähr bieten, dass der vorgegebene Mindestabstand von 1,5 Metern zu jedem Zeitpunkt eingehalten werden kann. Die Hand-Kontaktflächen wie z.B. Tische sollen leicht zu reinigen sein.

  5. Erweiterte Präventivmaßnahmen durch Tragen von Masken
    Eine Maskenpflicht ist nur dann erforderlich, wenn die gebotene Abstandswahrung nicht eingehalten werden kann.

  6. Händewasch- und Händedesinfektionsmöglichkeiten
    Es ist für ausreichende Hände-Waschmöglichkeiten zu sorgen. Die Sanitäranlagen müssen mindestens mit ausreichend Seifenspendern ausgestattet sein. Sie müssen unter dem Kriterium der Abstandswahrung gut erreichbar sein. Der Zugang zur Händedesinfektion sollte vor Eintritt in den Unterrichts- bzw. Prüfungsraum und gegebenenfalls zusätzlich an gut erreichbaren Plätzen im Gebäude wie z.B. auf Fluren ermöglicht werden. Auf das Händeschütteln soll verzichtet werden. Die Hände sollten regelmäßig und gründlich mit Wasser und Seife über 20-30 Sekunden gewaschen werden.

  7. Kommunikation der Prüfungsbedingungen
    Informationen zu den Prüfungsvoraussetzungen sollen schriftlich zusammengefasst werden und allen Beteiligten einschließlich der Erziehungsberechtigten, des sonstigen Schulpersonals und sonstiger Personen, die sich während des Unterrichts und der Prüfungen im Schulgebäude aufhalten, ausgehändigt oder in geeigneter Form zur Kenntnis gebracht werden.

In den nächsten Tagen werden wir uns ausführlich mit diesen nun konkreter gewordenen hygienischen Maßnahmen beschäftigen. Dabei werden wir genau überprüfen, ob die Vorbedingungen erfüllt werden können. Falls sich aus Sicht der Willy-Brandt-Schule daraus Schwierigkeiten ergeben oder sogar deutlich wird, dass wir die Vorgaben nicht erfüllen können, werden wir Ihnen umgehend die daraus erwachsenen Folgen mitteilen.

4. Unterstützungsangebote für Schülerinnen und Schüler

Ein besonderes Thema ist der Umgang mit Ängsten vor Ansteckung mit dem Corona-Virus (COVID-19), die neben Lehrkräften auch Schülerinnen und Schüler sowie deren Eltern haben. Aus diesem Grund informieren wir Sie umfassend und transparent über die geltenden Sachverhalte und die durchgeführten Hygienemaßnahmen der Willy-Brandt-Schule.
Falls Sie oder Ihre Kinder so stark verunsichert sind, dass der Umgang mit Ängsten nicht bewältigt werden kann, bietet unsere Schule Beratungsmöglichkeiten oder auch Kontakte zum schulpsychologischen Dienst an. Diesbezüglich gibt es verschiedene Unterstützungsangebote.

5. Was passiert nun in der Zeit bis zum 30.04.2020?

  • Die Schülerinnen und Schüler der Q2 nehmen freiwillig an Lernangeboten teil.
  • Die Schülerinnen und Schüler des 10. Jahrgangs erhalten in Blöcken von jeweils 2 Stunden Prüfungsvorbereitungen in den Fächern Mathematik, Deutsch und Englisch. Wir werden die Schülerinnen und Schüler so einteilen, dass sie keine gemeinsame Pause auf dem Schulhof verbringen. Da wir noch ein wenig organisatorischen Vorlauf benötigen, melden wir uns umgehend bei Ihren Kindern, wie der Unterricht in diesen Tagen aussehen wird.
  • Alle anderen Schüler (Jahrgänge 5-9, EF und Q1) erhalten nach wie vor digital Materialien und Informationen, die ihnen ein Lernen auf Distanz ermöglichen. Nach unserer Auswertung Ihrer Rückmeldungen zum digitalen Lernen haben wir einige Veränderungen diesbezüglich vorgenommen, die Sie und auch Ihre Kinder kritisch angemerkt hatten. Auch hier werden Sie Rückmeldungen erhalten.
  • Die WBS überprüft und organisiert Hygienemaßnahmen, die den Vorschriften zum Schutz der Gesundheit aller Beteiligten entsprechen.

Falls Sie Fragen haben, Ihnen Informationen fehlen oder Sie uns auf etwas hinweisen wollen, was bisher unberücksichtigt geblieben ist, dann melden Sie sich bei uns. Gemeinsam können wir hoffentlich zu Lösungen finden.

Ich grüße Sie herzlich in dieser unruhigen und bewegenden Zeit.

Karin Rinn

Der gesamte Text steht auch als PDF zur Verfügung: 

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