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Vom 30.01. bis zum 03.02. erkundete der Jahrgang 11 die Bundeshauptstadt Berlin. Schwerpunkte des Programms waren besonders die Besichtigung des politischen Berlins mit Bundestag und Regierungsviertel, andererseits die Auseinandersetzung mit der jüngeren deutschen Geschichte, die an keinem anderen Ort so erfahrbar wird wie hier. Heute ist Berlin eine blühende Metropole mit weltbekannten Gebäuden, einem riesigen Kulturangebot und unzähligen Einkaufsmöglichkeiten. Und natürlich nahmen unsere Elfer die Gelegenheit wahr, diese Seiten von Berlin hautnah zu erleben.

on der Unterbringung im Bezirk Kreuzberg, vorbei am Willy-Brandt-Haus, ging es nach der Ankunft zum Potsdamer Platz. Dort kennzeichnet heute nur eine unscheinbare Reihe Pflastersteine den Verlauf der Mauer, die die Stadt hier teilte und von der heute so gut wie nichts mehr zu sehen ist. Den Rest des Tages stand zur freien Gestaltung zur Verfügung, aber natürlich bewegten sich alle zum Brandenburger Tor in Sichtweite, um ein Foto zu schießen. Dies waren die ersten Eindrücke vom "Dicken B.", das am Donnerstagmorgen ausgiebig auf einer Stadtrundfahrt besichtigt wurde. Die Berliner Mauer und die Teilung der Stadt zu Zeiten des Kalten Krieges waren wichtige Themen. Doch vermittelten die Stadtführerinnen darüber hinaus zahlreiche Anekdoten aus der Berliner Geschichte und was sie zu präsentierten, waren weit mehr als die von Ansichtskarten bekannten Orte.

Die Rundfahrt endete am Paul-Löbe-Haus, dem Haus mit den Büros der Bundestagsabgeordneten. Die Gruppe wurde empfangen von dem Bundestagsabgeordneten Anton Schaaf und das Gespräch mit ihm war ein echtes Highlight. Später bestand Gelegenheit, Anton Schaaf bei seiner Arbeit im Parlament zu beobachten, denn Teil der Begehung des Bundestagsgebäudes war das Verfolgen einer Debatte von der Besuchertribüne.

Nachdem am Freitagvormittag Gelegenheit bestand, nach Wahl die Ausstellungen des Jüdischen Museums, des Naturkundemuseums und des Technischen Museums in Augenschein zu nehmen, folgte am Freitagnachmittag die bedrückende Erfahrung des Stasigefängnisses in Hohenschönhausen. Hier folterte die DDR-Staatssicherheit, in Katakomben wurden Gefangene abgeschottet von Tageslicht gefangengehalten. Doch auch die tageslichtbeleuchteten neueren Gebäude vermittelten ein beklemmendes Gefühl. Zeitzeugen, teils ehemalige Häftlinge, führten durch das Gebäude und berichteten von ihren eigenen Erfahrungen. Diese Schilderungen ließen niemanden unberührt, die Schrecken der DDR-Diktatur wurden erfahrbar. Aber die Zeitzeugen wollten niemanden verschrecken - ihnen ging es um die Aufforderung, für die Erhaltung von Freiheit und Demokratie einzutreten. Diese Botschaft ist angekommen, denn sie hätte kaum eindrucksvoller vermittelt werden können.

In diesen Tagen sind 80 Jahre vergangen, seit Adolf Hitler an die Macht gekommen ist. Und wenn von Terrorherrschaft in Deutschland die Rede ist, denken viele sofort an die Nazi-Diktatur 1933-1945. In dem Museums der Stiftung "Topographie des Terrors" wird an diese düstere Epoche deutscher Geschichte erinnert. Die Schülerinnen und Schüler besichtigten am Samstag Gelände und Museum an der Wilhelmsstraße in Berlin-Mitte. Neben zahllosen Informationen zu Nazi-Terror, Kriegsverbrechen und Holocaust konnten und können an diesem geschichtsträchtigen Ort die Mauerreste von Arrestzellen der Zentrale der Gestapo besichtigt werden. Denn diese Zentrale befand sich an genau diesem Ort!

Nach dem gemeinsamen Mittagessen konnte am Samstagnachmittag Berlin erneut auf eigene Faust erkundet werden. Viele nutzten die Gelegenheit Ku'damm und Alexanderplatz zu besichtigen, andere unternahmen eine Ausflug in die Cafészene, um auf diese Weise die Berliner Lebensart zu erfahren. Anschließend gefragt, welchen Eindruck sie von unserer Hauptstadt gewonnen haben, erklärten viele, dass sie Berlin spannend und abwechslungsreich finden. Ist Berlin eine Reise wert? Auf jeden Fall!, so die einhellige Meinung. Aber im westlichen Ruhrgebiet ist es auch schön und nicht weniger lebenswert!